Dach

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Dächer müssen wegen ihrer exponierten Lage (Regen, Sonne, Wind) von Zeit zu Zeit erneuert werden. Bei Giebeldächern können beispielsweise Ziegel oder Regenrinnen beschädigt sein; bei Flachdächern besteht die Gefahr, dass Pflanzenwurzeln die Dachhaut durchdringen. Weitere Auslöser für Arbeiten am Dach sind der Wunsch nach einer besseren Isolation oder der Ausbau des Estrichs zu Wohnraum.

Aktuelle Standards

Giebel- und Pultdach

  • Eindeckung mit Ziegeln, Eternitplatten oder Blech (Kupfer oder Kupfer-Titan-Zink-Mischung)
  • Unterdach aus bituminierten Faserplatten als zweite Schutzschicht gegen eindringendes Wasser
  • Isolation zwischen den Dachbalken mit Steinwolle, Glaswolle oder Zellulosefasern (zum Beispiel Isofloc oder Isocell)
  • Windpapier und/oder Spezialfolie auf der Dachinnenseite als Schutz vor Wind und Wasserdampf
  • Lukarnen oder Dachflächenfenster für bewohnte Dachräume

Flachdach

  • Eindeckung mit Kies (keine Pflanzen) oder extensive Begrünung
  • Wasserschutzschicht aus Bitumenbahnen oder spezieller Kunststofffolie
  • Isolationsschicht aus Polystyrolplatten oder Schaumglas

Typische Probleme und Lösungen

Teile des Giebeldachs (Ziegel, Blech, Regenrinnen) sind beschädigt; Wasser kann eindringen.
Alle beschädigten Teile werden ausgewechselt. Wurde auch die Unterkonstruktion in Mitleidenschaft gezogen, wird sie ebenfalls ersetzt.

Der Estrich wird zu Wohnzwecken umgenutzt und muss deshalb isoliert werden.

  • $$$ – Je nach Zustand des Daches wird die Eindeckung entfernt. Ein Unterdach und die Isolation werden von aussen angebracht und das Dach wird anschliessend neu eingedeckt.
  • $ – Von innen werden zwischen den Sparren (Dachbalken) ein Unterdach und eine Isolation angebracht und mit einem Windpapier oder einer Feuchtigkeitssperre ergänzt.

Der Dachraum ist zu wenig hell.

  • $$$ – Das Dach wird an einzelnen Stellen geöffnet und Lukarnen werden aufgesetzt. Sie bringen nicht nur mehr Licht in den Dachraum, sondern vergrössern auch die Wohnfläche. Oft müssen dafür Dachbalken (Sparren), die im Weg sind, herausgenommen und durch so genannte Wechsel ersetzt werden. Anschliessend wird das Dach von innen und aussen neu an die Lukarnen angeschlossen.
  • $ – Das Dach wird an einzelnen Stellen geöffnet und Dachflächenfenster werden eingebaut. Dachbalken (Sparren), die im Weg sind, werden herausgenommen und durch so genannte Wechsel ersetzt. Anschliessend wird das Dach von innen und aussen neu an die Fenster angeschlossen.

Teile des Flachdachs – beispielsweise die Dachhaut unter dem Kiesbelag – sind beschädigt, Wasser kann eindringen.

  • $$$ – Präventiv wird der Kies überall entfernt. Das Dach wird auf undichte Stellen geprüft, geflickt und neu mit Kies eingedeckt.
  • $ – Der Kies wird nur an den beschädigten Stellen entfernt; die Dachhaut wird geflickt und wieder zugedeckt.

Der Kiesbelag des Flachdachs ist stark mit Pflanzen bewachsen, deren tief reichende Wurzeln die Dachhaut beschädigen können. Achtung: Auch bei extensiv begrünten Dächern können solche Schäden entstehen, wenn falsche Pflanzen nicht rechtzeitig entfernt werden.

  • $$$ – Der Kiesbelag wird abgetragen; die Dachhaut wird auf Dichtigkeit kontrolliert und mit frischem Kies bedeckt.
  • $ – Nur an den am stärksten befallen Stellen wird der Bewuchs entfernt und neuer Kies aufgestreut.

Das Flachdach soll isoliert werden.

  • $$$ – Der bestehende Kiesbelag wird abgetragen, die Dachfläche gereinigt und eine 24 Zentimeter dicke Isolations- sowie eine wasserdichte Schicht werden aufgebracht. Anschliessend wird das Dach mit einer extensiven Begrünung eingedeckt.
  • $ – Der bestehende Kiesbelag wird abgetragen, die Dachfläche gereinigt und eine 14 Zentimeter dicke Isolations- sowie eine wasserdichte Schicht werden aufgebracht. Anschliessend wird das Dach wieder mit Kies eingedeckt. Die günstige Variante erfordert zwar weniger Investitionen, spart aber auch weniger Heizenergie ein.

Schnittstellen mit anderen Arbeiten

  • Stehen grössere Arbeiten am Dach an – etwa der Einbau von Lukarnen oder Fenstern –, lohnt es sich, die ganze Konstruktion zu überprüfen und wenn nötig zu isolieren.
  • Ist für die Arbeiten am Dach ein Gerüst notwendig, sollten Sie sich überlegen, ob Sie nicht auch gleich die Fassade sanieren wollen. Dann fallen die Kosten für das Gerüst nur einmal an.
  • Verfügt Ihr Haus nicht über einen Blitzableiter, lohnt es sich, einen solchen während der Dachsanierungsarbeiten gleich mit einzubauen. Denn Blitzschläge gehören mit zu den häufigsten Brandursachen bei Häusern.

Diese Profis helfen Ihnen

Dachdecker für alle Arbeiten rund ums Dach (ausser Regenrinnen und Bleche) Spenglerin für alle Blecharbeiten wie Rinnen, Abschlussbleche oder ganze Blechdächer Zimmermann für den Einbau von Dachfenstern, Lukarnen, Isolationen und für die Unterkonstruktion von Giebeldächern

Daran sollten Sie unbedingt denken!!!

Do it yourself: Dächer müssen hohe Anforderungen erfüllen (Wasserdichtigkeit, Isolation) und sind deshalb heikle, komplexe Gebilde. Als Laie sollten Sie nur diejenigen Arbeiten selber ausführen, die Sie gut beherrschen, und sich für alles andere unbedingt von Fachleuten helfen lassen. Zudem ist die Arbeit auf dem Dach gefährlich. Meist ist gemäss den SUVA-Vorschriften ein Gerüst oder eine Absturzsicherung obligatorisch – auch wenn Fachleute am Werk sind.

Schäden: Ein undichtes Dach sollten Sie möglichst rasch reparieren lassen, denn das eindringende Wasser kann teure Schäden verursachen. Beispielsweise wenn es ins Mauerwerk gelangt, dort im Winter gefriert und so zu Rissen in den Mauern führt.

Vorausplanung: Planen Sie eine Dachsanierung vorausschauend. Überlegen Sie sich bei Giebeldächern, wie Sie Ihren Dachraum langfristig nutzen werden und welche Vorarbeiten sinnvollerweise bereits im Rahmen der Sanierung gemacht werden. Damit sparen Sie sich später Geld und Aufwand.

Fachleute: Ziehen Sie bei Arbeiten am Dach – ausser bei Kleinigkeiten wie dem Austausch eines Ziegels – immer Fachleute bei.

Isolation: Bei nicht oder schlecht isolierten Dächern lohnt sich eine nachträgliche Isolation meistens – insbesondere, wenn sowieso Arbeiten am Dach nötig sind. Der finanzielle Aufwand rechnet sich dank der eingesparten Heizenergie schon nach wenigen Jahren. Haben Sie nicht vor, den Estrich später als Wohnraum zu nutzen, können Sie auch nur den Estrichboden isolieren lassen.

Ökologie: Je weniger Material entsorgt und durch neues ersetzt werden muss, desto ökologischer ist das Resultat. Alte Ziegel beispielsweise können, statt durch neue ersetzt, gereinigt und wieder verwendet werden. Fehlen einige, lassen sich oft in Bauteilbörsen passende Exemplare finden.

Hier finden Sie weitere Informationen: