Wandverkleidungen dekorieren: Was passt wozu?

Putz, Farbe oder Fliesen - bisher waren die Möglichkeiten für Wände eher gering. Doch heute ist die Auswahl so gross wie nie zuvor. Holzpaneele, Steinverkleidungen und attraktive Fotodesigns stehen Ihnen zur Verfügung. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten im Detail. 

Wandverkleidungen aus Naturstein, Holz und Keramik liegen aktuell im Trend. Doch welche Accessoires runden in Kombination mit der Wandgestaltung den jeweiligen Wohnstil perfekt ab? Und wie lassen sich Deko-Ideen auf Wandverkleidungen praktisch umsetzen? Im Folgenden wird beides Schritt für Schritt erklärt.

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Holzverkleidung – ein Klassiker liegt wieder im Trend

Holz an der Wand – wer hier an die Fichten-Vertäfelungen in altmodischen Wirtshäusern denkt, ist wohntechnisch nicht gerade auf dem neuesten Stand. Denn Holzpaneele für Wandverkleidungen kommen heutzutage in den unterschiedlichsten Ausführungen daher. Die Varianten reichen vom Edelholzfurnier in Möbelqualität über Paneele aus Altholz bis hin zum rohen Charme von Spaltholz. Verfügbare Materialien sind neben Eiche, Fichte, Kirschbaum, Nussbaum, Buche auch recycelte Tropenhölzer wie Teak und Bangkirai. 

Kein Wunder, dass auch Designhotels und Werbeagenturen auf das Naturmaterial setzen, um ihre repräsentativen Foyers zu gestalten. Doch auch Privaträume taucht die richtige Holzverkleidung ganz nach Wunsch in eine gemütliche oder stilbewusste Atmosphäre. Vor allem dann, wenn das Holz mit den richtigen Deko-Ideen in Szene gesetzt wird:

  • Dekorationsobjekte zum Aufhängen: Hängeregale, Bilderrahmen, Spiegel – für die Accessoires, die an eine holzverkleidete Wand gehängt werden, gilt folgende Regel: Entweder harmonieren sie Ton in Ton mit dem Wandmaterial (wie etwa ein Hängeregal aus derselben Holzart wie die Vertäfelung) oder strahlen in einer Kontrastfarbe. Insbesondere weisse Accessoires wie Porzellanfiguren und Bilderrahmen bieten dem Auge vor der naturfarbenen Holzmaserung einen Blickfang.
  • Accessoires zum Aufstellen: Eine halbhohe Holzvertäfelung wirkt nicht nur dekorativ in Fluren und Treppenaufgängen – sie verwandelt auch die Schlafzimmerwand hinter dem Bettkopfende in ein optisches Highlight. Eine Unterkonstruktion mit einer gewissen Tiefe ermöglicht es, die halbhohe Verkleidung zusätzlich als Bord zu nutzen. Diese Präsentationsfläche krönen dann kleine Kunstobjekte, Orchideen oder stilvolle Leselampen.
  • Die Ausrichtung der Paneele: Insbesondere, wenn die einzelnen Paneele schmal und lang proportioniert sind, übt auch ihr Fugenverlauf einen entscheidenden Effekt auf die Raumwirkung aus. Horizontal verlaufende Fugen verbreitern hier den Raum, während vertikal ausgerichtete den Eindruck von Höhe und Luftigkeit erzeugen. Eher einen flächigen Eindruck vermitteln die fugenlosen Paneele aus Spaltholz in Klötzchenoptik oder grossformatige quadratische Paneele.
  • Alles aus einem Guss: Bei Holz besteht die Möglichkeit, Parkett und Wandverkleidung aus identischen Paneelen zu verlegen, sodass eine höchst homogene Raumwirkung entsteht. Sie bietet die perfekte Bühne für kontrastfarbige Sitzmöbel oder Wohn- und Beleuchtungselemente aus Stahl.

Auch Designs mit kleineren Holzelementen, die zusammen ein schönes Gesamtbild ergeben, können heute ohne allzu grossen Aufwand montiert werden. Holzmosaik oder aneinandergereihte Schindeln sind dazu auf eine Trägerschicht aufgebracht. Ähnlich wie beim Fussbodenlaminat lassen sich die einzelnen Teilelemente dann zu einer grösseren Fläche zusammensetzen. Zusätzlich zu einer Wand können damit auch noch andere Einrichtungselemente belegt werden, etwa eine halbhohe Theke – passend zur Wand in der Küche. 

Bei einer Wandverkleidung mit Holzpaneelen ist eine fachkundige Montage besonders wichtig. Eine gute Hinterlüftung muss stets gewährleistet sein, damit sich keine Feuchtigkeit sammeln und Schimmel bilden kann. Schon das Anbringen der Unterkonstruktion ist mit einigen Tücken verbunden. Beim Bohren ist auf in der Wand liegende Leitungen und Rohre zu achten. In einigen Fällen müssen Anschlüsse wie Steckdosen oder auch Lichtschalter in die neue Ebene vor die Vertäfelung gelegt werden. 

Bilderrahmen-Collage selber bauen – so geht´s

Wie eine tapezierte oder verputzte Wand kann die Holzvertäfelung ebenfalls anschliessend dekoriert werden. Fotos und Bilder eignen sich auch hier gut dazu. Eine Collage aus weissen Bilderrahmen dekorativ auf einer holzverkleideten Wand anzuordnen, erfordert wenig Material und etwas Geschick. Dafür lassen sich so auch Fotos in verschiedenen Grössen und Designs wunderbar auf einem Holzuntergrund platzieren. Doch wie funktioniert das Ganze?

Material 

  • verschiedene Bilderrahmen (z.B. vom Trödelmarkt)
  • Packpapier
  • Schere
  • Klebeband
  • Hammer 
  • Nägel bzw. Haken

optional

  • Sprühlack
  • weitere Accessoires wie Muscheln, Federn, Dekofiguren
  • Heissklebepistole

Anleitung

  1. Zunächst werden die Bilderrahmen gestaltet: Wenn sie unterschiedliche Farben haben, bietet es sich an, sie mit Sprühlack einheitlich in Weiss oder einer anderen gewünschten Farbe zu lackieren. Mit der Heissklebepistole lassen sich dann zusätzliche Deko-Elemente wie selbstgesammelte Muscheln anbringen.
  2. Die getrockneten Bilderrahmen anschliessend auf den Bogen Packpapier legen, mit dem Bleistift umfahren und die Silhouette ausschneiden. Den Rahmen umdrehen, das Packpapier auflegen und mit dem Stift die Höhe der Aufhängungsöse auf dem Papierausschnitt markieren.
  3. Mit sämtlichen Rahmen so verfahren und anschliessend die „Papierdummies“ mit Klebeband an der Wand arrangieren. Auf diese Weise lassen sich die Abstände der Rahmen flexibel ausprobieren und festlegen.
  4. Ist die Komposition gefunden – an den Hakenpunkten Markierungen auf die Wand setzen.
  5. Die Rahmen jetzt mit den ausgewählten Fotos bestücken.
  6. Schliesslich an den markierten Stellen Nägel oder Schraubhaken in die Wand setzen und die Rahmencollage aufhängen.

Keramik – die Wandfliese ist ein Allrounder für jeden Stil

Fliesen sind eines der pflegeleichtesten und robustesten Materialien in Innenräumen – daher liegen sie seit jeher in funktionalen Räumen wie Bad und Küche. Die neue Generation von Keramik-Wandverkleidungen hebt allerdings jeden Wohnraum auf ein neues ästhetisches Niveau: 

Wandfliesen sind aktuell in unterschiedlichen Oberflächendesigns erhältlich, die Holz, Stein oder Metall nachahmen, sowie als Mosaikfelder, in Grossformaten oder in Kontrastfarben. Diese Fülle macht es möglich, jeden Wohnstil mit einer Keramik-Wandverkleidung aufzuwerten und dazu wiederum die passenden Accessoires zu finden. Zum Beispiel diese:

  • Orientalischer Chic: Gerade dunkle Fliesen und solche im Naturstein- oder Holzdesign lassen sich mit bunten Accessoires so aufpeppen, dass eine mediterrane oder orientalische Atmosphäre entsteht. Hier eigenen sich zum Beispiel Wandkörbe im Ethno-Stil, bunte Wandteller oder Wandteppiche.
  • Die Fliese als Dekorations-Objekt: Kleinere Fliesenspiegel in der Küche oder hinter dem Waschtisch im Bad wirken beinahe wie ein eigenes Kunstobjekt, wenn man Keramik in Goldtönen oder bunte Mosaikfliesen wählt. Die zusätzliche Dekoration beschränkt sich dann auf randlose Spiegel und schlichte Leuchten.
  • Wanduhren: Uhren, die konventionelle Formen verlassen, setzen Akzente auf schlichten keramischen Wandverkleidungen. Moderne Ausführungen haben Zifferblätter aus Holz, Stein oder Metall und kommen in interessanten geometrischen Designs daher.

Für das Anbringen von Fliesen muss der Untergrund die notwendige Tragfähigkeit mitbringen. Auch hier ist zur Montage Fachkenntnis notwendig. Nur, wenn die Fliesen in einem gleichmässigen Abstand und völlig eben verlegt werden, kommt am Ende ein überzeugendes Ergebnis heraus. Gerade in älteren Gebäuden verlaufen die Wände nicht immer gerade. Dann ist es notwendig, den Untergrund passend auszugleichen

Mit übrigen Fliesen lassen sich selbst zudem weitere Dekogegenstände passend zur Wand gestalten. Sie eignen sich beispielsweise zum Belegen von kleineren Beistelltischen oder einem Tablett. 

Einfarbig geflieste Bereiche können immer noch zusätzlich mit bunter Dekoration aufpeppen. Sind die Fliesen hingegen selbst gemustert oder sehr farbenfroh, sollte es dann eher etwas zurückhaltender zugehen. Eine solche Wand kann aber beispielsweise mit farblich passenden Gardinen oder entsprechenden Möbeln kombiniert werden.

Schiefer – schwarze Eleganz für moderne Räume

Das dunkle Sedimentgestein beeindruckt insbesondere innerhalb einer modernen Architektur als Kontrastelement an der Wand. Schiefer kann dabei als Platte, Paneel oder Tafel angebracht werden – sowohl glatt geschliffen als auch als Verblender mit Bruchsteinoberfläche. Wer auf Schiefer setzt strebt heute weniger eine urige Atmosphäre an, sondern eher einen cleanen und schlichten Stil. Diese Stimmung komplettieren die folgenden Design-Ideen:

  • Stein und High-Tech: Die Schieferwand im Wohnzimmer bildet einen spannenden Kontrast zum an der Wand angebrachten Flachbildschirm oder einer weissen Leinwand für den Beamer. Die übrige Technik wird dann in einem weissen Longboard untergebracht, das vor der dunklen Wand einen weiteren visuellen Akzent setzt.
  • Black and White: Eine Schieferverkleidung wirkt als einzelne Kontrastwand in Kombination mit hellen Wänden besonders gut. Dabei müssen die restlichen Flächen nicht in Reinweiss erstrahlen, sondern können mit wenig Anthrazit, Grau oder Braun abgetönt werden. Besonders gut zum Naturstein passen hier verputzte Oberflächen oder Wände mit Struktureffektfarbe.

Fazit: Für jede Wandverkleidung gibt’s passende Deko

Wandverkleidungen bedeuten mehr Aufwand als Tapete und Farbe – dafür bereichern sie das Ambiente als eigenständiges Gestaltungselement. Dennoch legen Holz-, Naturstein oder Keramikpaneele den Stil nicht für alle Zukunft fest – mit neuen Accessoires und Dekoideen lässt sich auch ihnen von Zeit zu Zeit ein neuer Look verleihen.

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