Gut zu wissen

Autor: Renovero team

Fassadenreinigung: Welche Methoden gibt es und wie geht es richtig?

Eine schmutzige Fassade entsteht, wenn Witterung, Feuchtigkeit, Schmutz und mikrobiologischer Bewuchs wie Algen, Schimmel, Moose oder Flechten über längere Zeit auf die Oberfläche einwirken.

FassadenreinigungAbhilfe schafft eine Fassadenreinigung, die für ein frisches Aussehen sorgt, zum Werterhalt des Gebäudes beiträgt und als Vorbereitung für einen Neuanstrich dienen kann. Jedoch passt nicht jedes Reinigungsverfahren zu jedem Material. Eine unsachgemässe Hochdruckreinigung kann die Fassade ebenso beschädigen wie ungeeignete Reinigungsmittel.

Was ist eine Fassadenreinigung und warum ist sie wichtig?

Der Begriff Fassadenreinigung steht für mehrere Methoden, die dazu dienen, die Aussenwand von schwarzen Flecken und anderen unschönen Spuren zu befreien. Dabei geht es nicht nur um die Verbesserung der Optik, sondern auch um den Schutz der Bausubstanz. Die folgende Übersicht fasst die zentralen Merkmale der Fassadenreinigung zusammen.

  • Anwendungsfelder: sichtbare Verschmutzungen durch Witterung und Umwelteinflüsse, Algen-, Moos- oder Pilzbefall, Schimmel, Schmierereien [1]

  • Ziel: Werterhalt, Vermeidung von Folgeschäden wie etwa Feuchteproblemen oder beschädigtes Mauerwerk, saubere Grundlage für neue Beschichtungen

  • Leistungsumfang: rein oberflächliche Massnahmen, die das Erscheinungsbild verbessern, aber nicht in die Bausubstanz eingreifen (z. B. schonende Reinigung der schmutzigen Fassade mit Niederdruck, Dampf oder speziellen Reinigungsmitteln)

Was unterscheidet eine Fassadenreinigung von einer Fassadensanierung?

Die Fassadenreinigung umfasst keine substanziellen Arbeiten wie das Ausbessern von Putzschichten, das Schliessen von Rissen oder das Erneuern schadhafter Beschichtungen. Sie ist aber eine gute Basis für Sanierungsarbeiten, etwa wenn sich an der Fassade feuchte Flecken zeigen, die tieferliegende Ursachen haben.

Was unterscheidet eine Fassadenreinigung von einem Neuanstrich?

Ein Neuanstrich ist nicht Teil der Fassadenreinigung. Er kann aber im Anschluss sinnvoll sein, wenn die alte Farbschicht ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllt.

Wenn Flecken an der Fassade die Aussenwände verunstalten, sollten Sie zeitnah geeignete Massnahmen ergreifen. Eine gründliche Reinigung Ihrer Fassade verhindert, dass Schmutz oder Mikroorganismen die Bausubstanz angreifen und teure Schäden verursachen. Wichtig ist ein fachgerechtes Vorgehen, das auf das Material der Fassade mit den schwarzen Flecken abgestimmt ist.

Welche Arten von Schmutz und Flecken treten an Fassaden auf und was lässt sich entfernen?

Zu den häufigsten Fleckenbildern an Aussenwänden von Gebäuden zählen:

  • Putzfassade mit schwarzen Flecken (Schmutz aus der Umwelt sowie biologische Beläge aus Algen, Moosen, Flechten oder Schimmel)

  • Fassade mit feuchten Flecken (Wasserlaufspuren, Spritzwasser, Kondensatflecken durch Wärmebrücken)

  • weitere Arten von Flecken an der Fassade: Aussenwände mit Ausblühungen, Rostläufern, Ablagerungen

Oberflächenbeläge an der Aussenwand wie schwarze Flecken durch Schmutz aus der Umwelt oder grüne Ablagerungen durch Mikroorganismen lassen sich meist gut entfernen. Bei feuchten Flecken müssen Sie hingegen zunächst den Grund für das Problem finden und beseitigen, da sich Algen und Co. sonst schnell wieder als Neubefall ansiedeln. Typische Ursachen für einen Befall sind:

  • undichte Dachrinnen

  • defekte oder fehlende Tropfkanten

  • Spritzwasser und kapillar aufsteigende Feuchte in der Sockelzone der Putzfassade

 

Welche Methoden der Fassadenreinigung gibt es – und was kann die Fassade beschädigen?

Abhängig von der Bausubstanz können verschiedene Verfahren bei einem Befall mit Schimmel, Algen und Co. zur Anwendung kommen:

  • mechanische Methoden wie Bürsten, Pads, etc.

  • Niederdruck plus Fassadenreiniger (Standard für viele Oberflächen)

  • Heisswasser oder Dampf (hartnäckige Verschmutzungen an empfindlichen Fassaden)

  • chemische Reinigung (gezielt gegen Bewuchs bei gegebener Materialverträglichkeit, Schutzmassnahmen erforderlich)

  • Hochdruckreinigung (nur selektiv und kontrolliert)

Damit Ihre Aussenwand durch eine unprofessionelle Reinigung der Fassade nicht beschädigt wird, sollten Sie folgende No-Gos unbedingt vermeiden:

  • zu hoher Druck, falsche Düse oder, bei der Fassadenreinigung mit Hochdruckreiniger, ein zu geringer Abstand zwischen Fassade und Gerät

  • aggressive oder falsche Reinigungsmittel (ungeeigneter pH-Wert, Lösungsmittel, Materialunverträglichkeit)

  • zu lange Einwirkzeit, fehlende Neutralisation oder kein Nachspülen bei der chemischen Reinigung

  • abrasive Werkzeuge (z. B. harte Bürsten, Schleifpads) auf empfindlichen Oberflächen

  • ungeeignete Wetterbedingungen wie Frost oder starke Sonneneinstrahlung (kann zu Fleckenbildung führen)

  • Fassadenreinigung ohne Vorprüfung (bei Rissen oder loser Beschichtung kann Wasser eindringen)

Tipp: Eine dokumentierte Testfläche ermöglicht es, Aufwand und Ergebnis realistisch einzuschätzen. Bei vielen professionellen Fassadenreinigern gehörigen derartige Tests zum Service. Sie dienen ihnen einerseits als Vorsichtsmassnahme, um sicherzustellen, dass die eingesetzten Mittel keine Schäden verursachen. Andererseits lassen sich auf Basis der Tests die nötigen Aufwendungen abschätzen und so präzise Angebote formulieren.

Biologische vs. chemische Fassadenreinigung: Welche Methode ist die bessere Wahl für Ihr Gebäude?

Welches Verfahren sich am besten eignet, richtet sich nach der Art der Verschmutzung, dem Fassadenmaterial und Ihren Ansprüchen hinsichtlich Umweltverträglichkeit. Als Faustregel gilt:

  • biologische Reinigung für organische Verschmutzungen

  • chemische Reinigung für hartnäckige oder mineralische Verschmutzungen

Für welche Fassaden eignet sich der Hochdruckreiniger?

Die Hochdruckreinigung sollte sich auf robuste, harte Fassadenmaterialien wie Klinker und Ziegel, Naturstein, Beton oder Metallfassaden beschränken. Bei Aussenwänden mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS), Putz (v. a. Altputz), Holz oder alten Farbschichten kann das Verfahren teure Schäden verursachen.

 

Welche Fassadenoberflächen gibt es und welche Reinigungsoptionen passen dazu?

Fassaden können aus unterschiedlichsten Materialien bestehen. Jedes ist mit eigenen Risiken verbunden. Hier die wichtigsten Fassadenarten und ihre Reinigungsoptionen im Überblick:

Wie reinige ich eine Putzfassade?

Für verputzte Fassaden eignet sich eine schonende Niederdruckreinigung mit weichen Bürsten und einem materialverträglichen Fassadenreiniger. Bei nicht fachgerechter Reinigung kann Putz abgetragen werden, wodurch wolkenähnliche Schadstellen entstehen. Zudem kann eindringendes Wasser an der Fassade feuchte Flecken hinterlassen.

 

Wie wird eine Holzfassade wieder schön?

Hierfür empfiehlt sich sanftes Bürsten oder Waschen mit einem milden Reinigungsmittel. Zur Nachpflege kann eine neue Lasur oder ein neuer Anstrich sinnvoll sein, um die Schutzfunktion wieder herzustellen. Gehen Sie zu grob ans Werk, drohen Faseraufrauung, Durchfeuchtung und das Auswaschen vorhandener Schutzschichten.

 

Wie funktioniert die Reinigung einer Metallfassade?

Bei Fassaden aus Metall sind weiche Reinigungsgeräte und pH-neutrale Reiniger in Verbindung mit kontrolliertem Abspülen die richtige Wahl. Die falsche Technik und ungeeignete Mittel können zu Kratzern, Korrosion und Beschichtungsabplatzern führen.

 

Eternit-Fassaden reinigen ­– wie geht das?

Bei Eternit und anderen Fassadenmaterialien aus Faserzement können durch zu hohen Druck und abrasive Mittel schnell Oberflächenschäden auftreten. Zudem enthalten vor 1990 entstandene Fassaden oft Asbest, der durch eine unsachgemässe Reinigung freigesetzt werden kann. Deshalb ist es ratsam, einen Fachbetrieb zu beauftragen.

Wie lassen sich Industriefassaden reinigen?

Für diese oft grossflächigen Fassaden empfiehlt sich eine systematische, gegebenenfalls. maschinelle Flächenreinigung mit einem abgestimmten Fassadenreiniger. Hier liegen die Gefahren vor allem in einem ungleichmässigen Ergebnis, Sicherheitsrisiken und Schäden durch falschen Druck und chemische Einwirkung.

Bei Klinker, Naturstein, Faserzementplatten oder Wärmeverbundsystemen sollten ausschliesslich schonende, geprüfte Verfahren eingesetzt werden.

Wann eignet sich eine Fassade nicht mehr für eine Reinigung?

Sobald Putzstücke abfallen, sich grössere Hohlstellen gebildet haben oder Feuchtigkeit hinter die Oberfläche gelangt ist, schadet die Fassadenreinigung mehr, als sie nützt. Dann kann nur noch eine Sanierung die Schutzfunktion der Fassade wieder herstellen.

Wie läuft eine fachgerechte Fassadenreinigung ab – Schritt für Schritt?

Der grobe Ablauf ist bei allen Verfahren unabhängig vom Befall weitgehend gleich. Typisch sind die folgenden Schritte:

  1. Material und Zustands der Fassade prüfen, präferierte Methode an einer Probefläche testen

  2. Fenster, Erdreich und Pflanzen im Arbeitsumfeld abdecken, Abwasserführung einrichten

  3. Vorreinigung mit einem passenden Fassadenreiniger zum Entfernen loser Beläge

  4. Reiniger einwirken lassen, die Wirkung bei Bedarf mechanisch unterstützen

  5. Abspülen (mit Niederdruck oder kontrolliertem Druck)

  6. optional: Nachbehandlung gegen Algen, Flechten und Moos

  7. Trocknung und optionaler Schutzauftrag bzw. Grundierung als Vorbereitung für einen Neuanstrich gegen Neubefall

Als zentrale Qualitätskriterien gelten ein homogenes Reinigungsergebnis ohne Putzschäden (Wolkenbildung) und eine Oberfläche, die nach dem Trocknen frei von neuen Feuchteflecken bleibt.

Was ist bei einer Fassadenreinigung zu beachten und ist ein Gerüst erforderlich?

Zu beachten ist vor allem, dass das ablaufende Wasser kontrolliert abgeführt wird. [2] Bei chemischen Reinigern ist geeignete Schutzkleidung wichtig. Ein Gerüst brauchen Sie, wenn ein sicheres Arbeiten von Leitern oder Hebebühnen aus nicht gewährleistet ist. [3]

Jetzt Fachbetriebe für Fassadenreinigung beauftragen: Auf renovero können Sie schnell und bequem passende Fachbetriebe finden, Offerten vergleichen und unverbindlich anfragen. Die Profis kennen die Ansprüche der verschiedenen Fassadenmaterialien und stellen sicher, dass auch empfindliche Oberflächen wie Eternit, Putz oder Holz bei der Reinigung nicht beschädigt werden. Zudem verfügen sie oft über die Möglichkeit, Hebebühnen oder Gerüste schnell zu organisieren.

FAQ

Wie oft sollte eine Fassadenreinigung durchgeführt werden?

Bei normaler Verschmutzung reicht eine Reinigung alle fünf bis zehn Jahre. In stärker naturnahen Umgebungen kann ein kürzeres Intervall sinnvoll sein, da ein Neubefall mit Algen, Moosen etc. schneller erfolgt.

Kann ich eine Fassadenreinigung selbst durchführen?

Grundsätzlich ja, aber nur bei gut erreichbaren Bereichen und mit geeigneter Ausrüstung. Bei höheren und empfindlichen Fassaden oder stärkerem Befall ist ein Fachbetrieb die sicherere Wahl.

Ist die Fassadenreinigung mit Chlor erlaubt?

Die Verwendung von Reinigungsmitteln mit maximal zwei Prozent Chlorgehalt ist gestattet, sofern die Abwässer vollständig aufgefangen und gefiltert werden. Da die Fassadenreinigung mit Chlor der Umwelt schaden kann, ist es ratsam, darauf zu verzichten.

Quellen:

[1] https://www.baunetzwissen.de/fassade/fachwissen/grundlagen/reinigung-von-fassaden-1451911

[2] https://vsa.ch/wp-content/uploads/2020/04/fassadenreinigung.pdf

[3] https://www.suva.ch/de-ch/praevention/nach-branchen/baustellen-sicher-machen/dacharbeiten-absturzsicherung/sichere-arbeitsgerueste-vorschriften-verantwortlichkeiten?


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